Was passiert bei einem Willkommensbesuch?
Viele Städte und Landkreise bieten Eltern von Neugeborenen einen Willkommensbesuch an. Hier erfahren Sie, was bei dem Besuch passiert und warum er sich für Sie lohnt.
In vielen Kommunen erhalten Eltern nach der Geburt ihres Kindes einen Brief von ihrer Stadt oder ihrem Landkreis. Darin begrüßt die Bürgermeisterin oder der Landrat das Baby und gratuliert den Eltern. Häufig wird in dem Brief ein Willkommensbesuch zu Hause angeboten. Je nach Region heißt das Angebot auch Begrüßungsbesuch, Elternbesuchsdienst oder Erst-Hausbesuch.
Bei einem Willkommensbesuch erhalten Eltern nützliche Informationen über Angebote und Leistungen für Familien in der Umgebung. Die besuchenden Personen beraten auch rund um den Alltag mit Kind und kennen Ansprechpersonen für spezielle Fragen. Meistens überreichen sie neben Informationsmaterialien auch ein kleines Willkommensgeschenk. Der Besuch ist für die Familien immer freiwillig und kostenfrei.
Wie sind die Willkommensbesuche organisiert?
Wie Willkommensbesuche organisiert sind, kann von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein. Der Ablauf ist aber in der Regel ähnlich:
- Das Angebot für einen Willkommensbesuch bekommen Eltern meistens einen bis drei Monate nach der Geburt ihres Kindes.
- In manchen Orten erhalten auch neu zugezogenen Familien mit einem Kleinkind ein Besuchsangebot, um ihnen das Ankommen in einer Kommune zu erleichtern.
- Es gibt Kommunen, die direkt einen Termin vorschlagen. Andere nennen Ansprechpersonen, mit denen Eltern einen Termin vereinbaren können.
- Die Gespräche finden in der Regel bei der Familie zu Hause statt und dauern ungefähr eine Stunde.
- In vielen Kommunen führen sozialpädagogische Fachkräfte oder geschulte Freiwillige die Besuche durch. Auch Gesundheitsfachkräfte wie Familienhebammen oder Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende (FGKiKP) werden in den Besuchsdiensten eingesetzt.
Um was geht es bei dem Besuch?
Bei den Besuchen geht es um Informationen, die nach der Geburt Ihres Babys für Sie interessant sind:
- Angebote für Familien in Ihrer Nähe, zum Beispiel Stillberatung, Eltern-Kind-Kurse und Elterntreffs
- Kindertagesbetreuung, zum Beispiel in der Kindertagesstätte (Kita)
- Finanzielle Leistungen für Familien, wie zum Beispiel Kindergeld und Elterngeld
- Gesundheitliche Versorgung, zum Beispiel durch Kinderärztinnen und Kinderärzte
- Entwicklung des Kindes, zum Beispiel zu den Themen Schlafen, Füttern, Spielen
Bei Bedarf erhalten Sie auch Beratung zu Fragen und Sorgen. Zum Beispiel:
- Wenn Sie Ihr Kind alleine erziehen.
- Wenn Sie wenig Unterstützung von Verwandten oder Freunden haben.
- Wenn Ihnen die deutsche Sprache Probleme bereitet.
- Wenn Ihr Kind viel schreit.
Die Besuchsperson kann Ihnen auch weitere Unterstützungsangebote der Frühen Hilfen vermitteln. Wichtig: Das ist immer freiwillig und alles was besprochen wird ist vertraulich.
Wie ein Willkommensbesuch abläuft, erzählt Simone Eger in einem Interview für elternsein.info. Sie engagiert sich seit über fünfzehn Jahren freiwillig in den Frühen Hilfen und hat über 2.000 Familien zu Hause besucht.
Kann ich den Besuch auch absagen oder verschieben?
Sie können einen Willkommensbesuch selbstverständlich ablehnen. Das Angebot ist freiwillig und findet nur statt, wenn Sie das wünschen. Wenn Ihnen ein Termin zeitlich nicht passt, können Sie ihn auch verschieben.
Woher kommt meine Adresse?
Die für Willkommensbesuche zuständige Stelle erhält die Adressen von Familien mit einem neugeborenen Kind vom Einwohnermeldeamt. Es werden nur Namen und Adresse der Eltern übermittelt. Die Informationen dürfen nur für den einmaligen Willkommensbesuch genutzt werden – für keinen anderen Zweck. Nach dem Besuch oder nach einer Absage des Besuchs müssen die Daten gelöscht werden.
Wie zufrieden sind Eltern mit Willkommensbesuchen?
Die meisten Eltern, die einen Willkommensbesuch erhalten haben, bewerten das Angebot positiv: Nach einer Studie des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) sind über 90 Prozent der Eltern sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Besuch. Die Mehrheit der Eltern fühlt sich nach einem Willkommensbesuch gut über Angebote in der Nähe informiert und hat Anlaufstellen kennengelernt. Viele fühlen sich durch den Besuch als Mutter oder Vater wertgeschätzt und freuen sich über ein Begrüßungsgeschenk.
Hintergrund und Quellen
Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat in Kommunalbefragungen und in einer Evaluation von Willkommensbesuchen Informationen über dieses Angebot gesammelt: Kommunen und Landkreise wurden zum Beispiel dazu befragt, ob sie Willkommensbesuche anbieten und wie diese organisiert sind. Eltern wurden befragt, wie zufrieden sie mit dem Besuch waren. Die Ergebnisse wurden in Faktenblättern veröffentlicht.